Egal ob PC, Xbox 360 oder Playstation 3: Hin und wieder gibt es Exklusiv-Titel, die nur auf einer der drei genannten Plattformen erscheinen. Häufig ist das der x-te Teil einer bereits ausgelutschten Serie, so dass man nicht allzu viel verpasst, wenn man das entsprechende System nicht sein Eigen nennt. Doch glücklicherweise gibt es auch immer mal wieder Ausnahmen. NiNo Kuni – der Fluch der weißen Königin von Namco Bandai für die Playstation 3 ist so eine Ausnahme. Das Spiel stammt aus der Feder von „Level 5“, die sich mit White KnightChronicles bereits einen Namen gemacht haben. Animiert wurde das Spiel von der japanischen Anime-Schmiede „Studio Ghibli“, deren bekanntestes Werk wahrscheinlichPrinzessin Mononoke sein dürfte.
Die Story des Spiels ist schnell erzählt: Der kleine Oliver hat bei einem tragischen Autounfall seine Mutter verloren. Glück im Unglück: Durch seine Trauer erweckt er das Fantasie-Wesen „Tröpfchen“ zum Leben, dass Oliver von einer Prallelwelt erzählt, in der es Seelenverwandte gibt. Wenn Oliver es schafft, die Seelenverwandte seiner Mutter zu retten, rettet er damit auch die Mutter in Olivers Welt. Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Tröpchens Welt wird tyrannisiert von der Weißen Königin und ihrem Handlanger Shadar, der die Herzen aller bricht, die sich ihm in den Weg stellen. Bevor Oliver es mit dem ultimativen Bösen aufnehmen kann, muss er zunächst als Magier ausgebildet werden.
Durch die Anime-Grafik und der seichten Geschichte sieht Ni No Kuni auf den ersten Blick aus wie ein Spiel für Kinder. Dieser Eindruck bestätigt sich auch in den ersten Kämpfen, die das Kernstück des Spieles sind. Jeder der schon einmal Pokemon oder generell auf NES/SNESgespielt hat, wird wissen was ich meine. Denn aus über 400 zähm- und sammelbaren Pets kann Oliver sich Vertraute aussuchen, trainieren und mit Ausrüstung ausstatten. Doch was am Anfang leicht von der Hand geht, wird im Verlauf des Spieles immer schwerer. Denn Oliver kann gleich drei Vertraute im Kampf kontrollieren. Im späteren Verlauf stoßen noch Esther und Sven zur Gruppe hinzu, die ebenfalls je drei Vertraute mit ins Spiel bringen. Somit hat man als Spieler Kontrolle über drei Charaktere mit insgesamt neun Vertrauten. Diese wiederum sollten am besten unterschiedliche Ausrüstung und Tricks benutzen. Denn nur wenn man mit dem Stein-Schere-Papier-Prinzip arbeitet, hat man im letzten Drittel des Spieles überhaupt noch eine Chance, die immer schwerer werdenden Kämpfe zu gewinnen. Wenn Ihr etwa mit Feuerangriffen auf einen Lava-Hund bolzt bringt das natürlich deutlich weniger, als wenn Ihr einen Vertrauten auspackt, der den Zauber “Wasserkanone” beherrscht.
Das Spiel ist zwar ab 12 Jahren freigegeben, doch spätestens ab der Hälfte wird kein Zwölfjähriger mehr mit dem Spiel zurechtkommen, denn selbst für Erwachsene zieht der Schwierigkeitsgrad erheblich an. Zum Glück gibt es im Spiel neben der Hauptstory auch diverseNebenquests, über die man sich sogenannte „Perks“ via Stempelkarten freispielen kann. Diese zusätzlichen Boni sind zwar nicht spielendscheidend, machen das Spiel aber an vielen Stellen deutlich einfacher. Ansonsten bleibt nur das aus japanischen Rollenspiel gewohnte Grinden: Also das stumpfe Farmen von Erfahrungspunkten. So kann man problemlos die meisten Gegnerüberleveln, damit die Kämpfe etwas einfacher ausfallen.
Auffällig ist ebenfalls, das viele Tricks der Vertrauten richtig viele Mana-Punkte kosten. Nach wenigen Attacken ist der blaue Saft meist weg, der Schaden bricht ein, die Kämpfe gehen verloren. Denn ohne Mana gibt es keine Tricks die Schaden verursachen und natürlich gibt es auch keine Heilung. Glücklicherweise kann man im Kampf jederzeit den Manahaushalt mit Getränken, wie etwa einem Eiskaffee, wieder auffrischen. Das fiese: Diese Consumables kosten richtig viel Spiel-Gold, sind aber essentiell wichtig und werden daher nahezu in jedem Kampf gebraucht. Hier hat „Level 5“ jedoch eine geniale Idee gehabt: Statt Gold zu farmen, um sich davon Consumables zu kaufen, gibt es ein Spiel-Casino in Ni No Kuni, das etwa ab der Hälfte des Spieles permanent zur Verfügung steht. In diesem Casino kann man am Einarmigen-Banditen spielen, aber auch Black Jack und das frei erfundene Kartenspiel Scharmützel stehen zur Verfügung. Pocket-Games, die in Spielen wie „Red Dead Redemption“ nur ganz witzig waren, haben in Ni No Kuni einen wirklichen Nutzen: Die erspielten Jetons kann man gegen die wichtigen Consumables tauschen. Wer also viel gewinnt, muss kein Gold mehr für Mana-Tränke ausgeben. Im Umkehrschluss: Wer viel verliert, zahl am Ende drauf. Darum empfehle ich jeden, der bei Ni No Kuni ins Spiel-Casino geht, vorher einen Crash-Kurs im Black Jack zu belegen, damit man nicht das ganze Spiel-Gold verjubelt. Dank Black-Jack-Trainings-App ist das heutzutage ja überhaupt kein Problem mehr.
Pokemon oder

















